PM der CSU und JU Oberstdorf vom 01.03.2021: „Ja“ zum Tagestourismus als Teil von Oberstdorf, Fokus auf Förderung mehrtägiger Aufenthalte und Qualitätstourismus legen, Verkehrs- und Besucherlenkung mit Nachdruck angehen und Gastfreundlichkeit erhalten!

Parteien wollen gemeinsames Zeichen in zunehmend hitziger Diskussion setzen.

Nicht erst seit dem Beginn der Corona-Pandemie erfreut sich das Allgäu einem deutlichen Zuwachs an Touristen. Die Marktgemeinde Oberstdorf hat sich in den letzten Jahren zu einer der führenden Tourismus-Hochburgen in Deutschland entwickelt. Nahezu die gesamte Bevölkerung des Ortes lebt direkt oder indirekt vom Tourismus. Die Wertschöpfung liegt laut einer Studie des dwif bei rund 300 Mio. € im Jahr.

Auch vom Tagestourismus profitieren vor allem die Gastronomie, der Handel und die Bergbahnen in Oberstdorf. Der Kommune kommt dies in Form von Steuergeldern zugute und ist daher eine wichtige Einnahmequelle. Aktuell wird im Oberallgäu und gleichfalls in Oberstdorf viel über die Verkehrs- und Besucherlenkung debattiert.

Freilich muss das Thema mit Nachdruck angegangen werden, d.h. für uns als Schlüsselelement vor allem massive Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr (dies beinhaltet auch eine zukunftsweisende Neukonzeption der Bahnstrecke nach Oberstdorf, beispielweise als Pilotprojekt für autonomes Fahren mit kleinen Bahn-Shuttlen) und die Schaffung von klugen Anreizen (z.B. in Form von Ermäßigungen/ Gutscheinen in Oberstdorf, wenn Anreise mit ÖPNV erfolgt), um die Straßen zu entlasten und den ÖPNV zu stärken. „Solch ein Prozess kann nicht von heute auf morgen passieren und verlangt einen langen Atem aller Beteiligten. Die Lösung muss mindestens eine mit den Nachbarkommunen, ja sogar mit dem gesamten Allgäu sein – es muss aber mehr passieren, die Leute wollen Lösungen sehen!“ so Adalbert Schall, Ortsvorsitzender der CSU Oberstdorf.

Zielsetzung ist die Attraktivitätssteigerung für längere, mehrtägige Aufenthalte in Oberstdorf. So kann die Verkehrsproblematik deutlich entschärft werden. Dies muss mit folgenden Kernpunkten angegangen werden: Attraktive Angebote, die ausschließlich dem Übernachtungsgast zur Verfügung gestellt werden sollen (z.B. Parken, Freizeit- und Kulturangebot, ÖPNV, etc.) bzw. Reform der Gästekarte, Überarbeitung des Angebotes „Bergbahn inklusive“, Anpassung des Kurbeitrags (z.B. nach Saison oder Staffelung nach Aufenthaltsdauer), Sperren von ausgewählten Gebieten für den Individualverkehr/ Tagestourismus und eine Ausweitung und Intensivierung der Kampagne „Zämed duss“. Dieser Wandel erfordert viel Know-how, Zeit und auch Diskussionsbedarf, aber wir müssen diesen Prozess im Dialog zum Wohle aller in Oberstdorf anstoßen, um zukünftig ebenso erfolgreich zu sein, wie heute.

Wir weisen aber Forderungen aus Oberstdorf sowie aus der Region entschieden zurück, dass Tagesgäste beispielsweise mit völlig überdimensionierten Parkgebühren oder ähnlichem belastet werden sollen. Selbstverständlich muss sich auch in diesem Bereich etwas bewegen, aber bitte mit Vernunft und Verstand. Höhere Parkgebühren sollen und müssen aus unserer Sicht zweckgebunden eingesetzt werden. Zum Beispiel haben wir im Ort einen funktionieren Einzelhandel mit einem ansprechenden Branchenmix. Die Leerstände sind sehr gering im Vergleich zu anderen Orten. Ein funktionierender und attraktiver Handel ist auch von hohen Interesse für unsere Übernachtungsgäste. Hier müssen wir zweckgebunden investieren! Förderung von Oberstdorf „aktiv“ und Investitionen in die Infrastruktur z.B. Straßen- und Landschaftsbau und Mobilität.

Es entsteht nämlich durch unzählige Zeitungsberichte, Leserbriefe, Videos in den sozialen Netzwerken und eben durch manche Lokalpolitiker der Eindruck, Oberstdorf bräuchte und wolle keine Tagestouristen mehr. Vielmehr wird sogar teils eine aggressive Kampagne dagegen gefahren. „Für uns liegt das Problem ganz klar in der Art der Kommunikation, aber auch in ein paar zu radikalen und nicht zu Ende gedachten Maßnahmen. Wir stehen zum Tagestourismus und erkennen seine Bedeutung für Oberstdorf an. Gleichzeitig aber müssen wir Lösungen entwickeln, wie wir die Gäste länger, d.h. mehrtägig, an Oberstdorf binden, um so den Verkehr zu reduzieren!“ so Ortssprecher der JU Oberstdorf Tom Stein abschließend.