Pressemitteilung zum Podiumsgespräch am 19.07.2019

Aufbruchstimmung

“G5” sucht Bürgermeisterkandidaten für Oberstdorf

Oberstdorf – Es ist ein Novum in der Oberstdorfer Gemeindepolitik. Drei Parteien und zwei Wählergemeinschaften suchen unter dem Motto “5 – gemeinsam für Oberstdorf” per Anzeige einen Bürgermeisterkandidaten. Mit dem Ziel einen Politikwechsel in der Marktgemeinde zu erreichen.

Die Anforderungen: Bürgernahe Führungspersönlichkeit, Authentizität und Glaubwürdigkeit, visionärer Gestaltungswille, gelebte Wertschätzung
und natürlich entsprechendes Fachwissen.

Bei einer Veranstaltung stellten die Gruppierungen nun vor, wie sie sich zukünftig die Politik im Oberstdorfer Gemeinderat vorstellen. Unter der Moderation von Bernd Schmelzer vom Bayerischen Rundfunk diskutierten Adalbert Schall (CSU), Seppi Dornach (Unabhängige Oberstdorfer
Liste), Alexa Schwendinger (Allianz für Oberstdorf/FDP) und Bergith-Hornbacher-Burgstaller im gut gefüllten kleinen Kursaal mit den Bürgern.

Namen von Kandidaten wurden noch nicht genannt. Man sei noch in der Bewerbungsphase und habe mit einigen Kandidaten schon gute Gespräche geführt, so Schwendinger. Schall fügte hinzu, man werde sich Zeit lassen und es nicht einfach sei, geeignete Kandidaten zu finden. Bewerbungen werden noch angenommen.

In den letzten Jahren hatte sich Einiges an Unzufriedenheit aufgestaut, was die “G5”- wie sie vom Moderator bezeichnet wurden – zu dem ungewöhnlichen Schritt veranlasst hat. Vor allem bei den Großprojekten Nordische WM, Neubau der Therme und Busbahnhof war der Ton im Gemeinderat zunehmend rauer und die Entscheidungsfindung schwierig geworden. Themen, die auch die Bürger im Publikum bewegten. Auch wenn der Name des amtierenden Bürgermeisters Laurent Mies auf dem Podium nicht genannt wurde, war klar, die Ursache für die Unzufriedenheit wird vor allem beim Führungsstil des Bürgermeisters gesehen.

Wie sich den nun die “G5” gefunden haben, wie sie zusammenarbeiten und was sie von einem neuen Bürgermeister erwarten, eröffnete Schmelzer die Diskussion. “Das Vertrauen innerhalb der Gruppe ist gewachsen, was auch über die Wahl hinaus gelten sollte”, lobte Schall die Zusammenarbeit. Er wünscht sich für die Zukunft bei Großprojekten bessere Abwägungsprozesse. Dornach forderte mehr Transparenz “um die Dinge besser anpacken und realisieren zu können”. Die Verlautbarungen der Gemeinde nannte er “unvollständig und tendenziös”. Hornbacher-Burgstaller fehlt “die sachliche Diskussion und der respektvolle Umgang miteinander”. Von einem
neuen Bürgermeister erhofft sie sich mehr Wertschätzung. “Wir haben viel verbrannte Erde im Gemeinderat. Wir wollen eine Politik, die vereint und nicht ständig spaltet”, ergänzte Schwendinger. Alle betonten die gute Stimmung innerhalb der “G5”. Transparenz, Bürgernähe, Wertschätzung fürs Ehrenamt waren die Begriffe, die sich immer wieder wie ein roter Faden durch die Diskussion zogen.

Wie denn nun Oberstdorf in 2030 aussehen soll, fragte Schmelzer in die Runde. Hier wurde klar, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen bei Einzelpunkten gibt und auch weiter geben wird. Aber auch genug gemeinsame Schnittmengen, wie etwa bei zukunftsweisenden Verkehrs- und Tourismus-projekten, beim sozialen Wohnungsbau und dem Neubau der Therme. “Wir brauchen eine dynamische Erneuerung und kein weiter so”, erklärte Schall. Dazu gehöre, dass das örtliche Gewerbe die Möglichkeit hat sich zu entwickeln wie durch das Gewerbegebiet im Karweidach. “Wir wollen, dass Oberstdorf ökologischer, sozialer, und bürgernäher wird”, sprach sich Hornbacher-
Burgstaller für mehr sozialen Wohnungsbau aus. Der Individualverkehr müsse
weitgehend aus dem Ort herausgehalten, der ÖPNV gestärkt und bei allen Entscheidungen der Schutz der Natur berücksichtigt werden.

Für Schwendinger gilt es einen Tourismus weiter zu entwickeln, der den Erhalt der Natur und das Wohl der Einheimischen mit einbezieht. “Es geht nicht nur um den Bürgermeister, sondern auch um das Engagement der Bürger”, fordert sie dazu auf für den Gemeinderat zu kandidieren.

Bei der weiteren Entwicklung der Infrastruktur dürften die Einheimischen nicht zu kurz kommen, betonte Dornach. Als Beispiel nannte er das Gesundheits-wesen. “Oberstdorf hat viel Positives zu bieten. Wir brauchen keine neue Frisur sondern einen neuen Friseur”.

Drei Podiums- und drei Publikumsrunden sorgten dafür, dass auch die Bürger ausreichend zu Wort kamen, was Hornbacher-Burgstaller “eine etwas andere Bürgerversammlung” nannte. Aus dem Publikum kam viel Zustimmung. Dornach bat um Verständnis, dass man Namen von Bewerbern noch nicht öffentlich nennen könne. So herrschte sowohl auf dem Podium wie auch im Saal eine positive Aufbruchstimmung.

Auch wenn vor den fünf Partnern noch ein ganzes Stück Weg liegt und noch nichts in trockenen Tüchern ist.