Grüner Tisch am Freitag 18.9.2015 in Sonthofen - Haus Oberallgäu

Unter Führung von Dr. Gerd Müller und Eric Beißwenger wurde der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) nach Sonthofen eingeladen (auf dem Foto v.l.n.r.: MdL Klaus Holetschek, MdB Stephan Stracke, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, MdL Eberhard Rotter, MdL Eric Beißwenger)

Er berichtet von einer schwierigen Marktsituation bzgl. der Milchpreisentwicklung, welche die Politik nicht alleine lösen kann. Sie unterstützt, wo sie kann! Kritisch merkt er jedoch schon an, welche gerade in den letzten 2 Jahren erheblich die Milchmenge ausgeweitet haben, wo doch das Ende der Milchquote absehbar war. Die aktuelle erzeugte Milchmenge wird eben im Moment nicht voll umfänglich am Markt benötigt.

Die Sanktionen ggü. Russland und die wirtschaftliche Schwäche in den Schwellenländer lassen eine Abnahme in der gewünschten Form nicht zu.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Förderung von Qualitätsprodukten. Hier sind die Preise nach wie vor stabil. Der REWE-Vertreter, einziger der eingeladenen Großdiscounter, berichtet, dass REWE in Bayern 385 einzelne landwirtschaftliche Betriebe zur Direktbelieferung haben. REWE bekennt sich zwar für die Billigmilch, bietet aber wenigsten Alternativen!

Kreisbäuerin Monika Mayer:

  • Nachhaltigen Erhalt der 1. und 2. Säule der Förderprogramme. Auch bei 1 Euro pro kg sind die Ausgleichszahlungen notwendig, um insbesondere die kleinstrukturierten Betriebe langfristig am Leben zu erhalten.
  • Gesetzliche Veränderung im Steuerrecht in Bezug auf eine Einführung einer steuerlichen Risikorücklage.
  • Entlastung bei der Berufsgenossenschaft
  • Abwehr der Angriffspolitik seitens der Großen wie Aldi auf die Qualitätsmarken wie der „Berchtesgadener Bergmilch“
  • Abwehr der angedachten Düngeverordnung. Dies bestätigt bereits Schmidt, dass die Ausbringung ab 15 % Hangneigung weiterhin erlaubt sei!

Alfons Zeller, Vertreter vom Alpwirtschaftlichen Verein fordert:

  • Anpassungen bei der angedachten Anbindeverordnung! Insbesondere bei den Bergbauern, um ein Massensterben zu vermeiden.
  • Anpassung der Düngeverordnung
  • Abwehr und aktive Begleitung der zunehmend auftretenden Beutegreifer. Wolf und Bär sind immer wieder bei uns in der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft anzutreffen und richten erheblichen Schaden bei den Bauern an. Ein Rückzug der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung aus diesen über Jahrhunderte gepflegten Kulturlandschaft würde unter anderem sich negativ auf den Tourismus auswirken!

Ich hoffe für die Bauernschaft, dass die Politik und Verantwortlichen für die Märkte die Sorgen und Nöte entsprechend aufnehmen und in ihre Agenden mit aufnehmen!

Sonthofen, 18.9.2015

Adalbert Schall
Ortsvorsitzender CSU Oberstdorf

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